Sebastian Holtzhauer

German Scholar of Medieval Language and Literature

Schlagwort: Angila Vetter

Projekt „Der Klang der Bibel – Der Österreichische Bibelübersetzer auf dem Akademientag 2019“

Auf dem Akademientag 2019 in Mainz, der unter dem Motto „Der Klang Europas“ stand, war auch das Akademienprojekt „Der Österreichische Bibelübersetzer. Gottes Wort deutsch“ vertreten. Das Konzept zum „Klang der Bibel“ stammt von Dr. Elke Zinsmeister (BBAW, Berlin) und wurde durch sie sowie durch Dr. Angila Vetter (BAdW, Augsburg; technische Umsetzung) und Simon Lemm (BBAW, Berlin) umgesetzt sowie vor Ort präsentiert.

„Während es schon früh Übersetzungen der Bibel in östliche Sprachen wie das Syrische gab, erklang im westlichen Europa die Heilige Schrift über Jahrhunderte beinahe nur auf Lateinisch. Dies ändert sich im Spätmittelalter. Dank des namenlosen Österreichischen Bibelübersetzers oder Theologen wie Jan Hus und John Wyclif wird das wichtigste Buch der Christenheit auch in den westlichen Volkssprachen zugänglich. Lauschen Sie hier, wie sich die Bibel anhören kann.“

Homepage des Projekts „Der Klang der Bibel“

Neben Sprachen wie dem Syrischen, dem Niederländischen und dem Arabischen ist die Bibel auch auf Isländisch zu hören, das unter anderem von Sebastian Holtzhauer eingelesen wurde. Mehr Informationen zum Prediger Salomo aus der Gudbrandsbibel sind hier zu finden.

V.l.n.r.: Dr. Elke Zinsmeister, Simon Lemm, Dr. Angila Vetter auf dem Akademientag in Mainz am 17. Juni 2019
Die Homepage zum Projekt „Der Klang der Bibel“

Publikation „Textgeschichte(n). Retextualisierungsstrategien und Sinnproduktion in Sammlungsverbünden. Der Willehalm in kontextueller Lektüre“

Angila Vetter liefert mit ihrer Dissertation eine in jeder Hinsicht mustergültige Untersuchung zum Willehalm Wolframs von Eschenbach. Die Beobachtungen zu den Überlieferungsverbünden in den Handschriften und Fragmenten werfen ein völlig neues Licht auf den Willehalm selbst und helfen in einem größeren Rahmen, vormoderne Retextualisierungsstrategien besser zu verstehen.

Nur ein einziges Mal ist der Willehalm Wolframs von Eschenbach allein überliefert, sonst präsentiert er sich stets in Verbindung mit anderen Texten in Sammelhandschriften. Zahlenmäßig dominiert die Überlieferung der sogenannte ‚Willehalm-Zyklus‘, der Wolframs Text in Kombination mit den Ergänzungsdichtungen Ulrichs von dem Türlin (Arabel) und Ulrichs von Türheim (Rennewart) zeigt. Während dieser Zyklus in seinen Formen und Funktionen gut erschlossen ist, stellt die Erforschung der übrigen Überlieferungsverbünde des Willehalm, die ihn mit ganz unterschiedlichen geistlichen und weltlichen Erzähltexten kontextualisieren, ein Forschungsdesiderat dar. Die Arbeit verbindet literaturästhetisch-poetologische Herangehensweisen und Erkenntnisse editionsphilologischer Verfahren der Material Philology sowie der Überlieferungsgeschichtlichen Methode. Sie geht den Lektüreangeboten der Arrangements des Willehalm mit weiteren Texten in den Sammlungsverbünden nach und zeigt über die kontrastive Darstellung die Bedeutungspotentiale dieses Werks in neuen Zusammenhängen.

Klappentext der Ausgabe